make the healthy choice the easy choice - mach das Gesündere attraktiver!
"und führe uns in gesunde Versuchung"
Zuckerbrot und Peitsche - nicht gerade moderne Methoden, aber sie werden immer noch verwendet. Belohnen und bestrafen sind aber spätestens seit den Büchern von Reinhard Sprenger (z.B. Mythos Motivation) als wenig wirksam, teils gefährlich entlarvt.
Druck baut Gegendruck auf, das kennen wir schon von trotzigen Kindern. Als Arbeitnehmer sagen wir zwar Ja, meinen aber Nein beziehungsweise tun alles, die Aufgabe zu verzögern oder scheitern zu lassen, wenn uns etwas "Unsinniges auf´s Aug gedruckt wird". Weder das Runterschlucken noch die Aggression sind gesund; kürzlich wurde erforscht, dass der Boxsack im Büro negative Energien nicht abbaut, sondern verstärkt.
Und das Zuckerbrot - heute wohl eher die Schokolade? Naja, deren Nebenwirkungen kennen wir alle, Gewöhnung, Verwöhnung - denken wir an die Schwierigkeit, Privilegien - natürlich nur bei den anderen - abzubauen - und Neid (die Liebkinder werden wieder mal verwöhnt und wir haben die Hauptarbeit). Gefährdung der intrinsischen Motivation ist das Schlimmste: wenn der eigene Antrieb, der individuelle Sinn der Arbeit weg fällt. Viktor Frankl sagt: Sinn kann nicht gegeben werden, er wird individuell und in der Situation gefunden. Wenn mir die Arbeit die Flexibilität gibt, kranke Angehörige nebenher zu pflegen oder während der Schulferien Zeitausgleich zu nehmen und ich einen Spielraum zur Gestaltung und Mitsprache erhalte, sind das schon enorm gesunde Elemente.
Wie kann ich gesundes Verhalten anziehend machen?
Gerade Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Stressbewältigung, Bewegung und Ernährung können im Betrieb nur indirekt beeinflusst werden. Der direkte Zugriff wird als Affront, als unzulässiger Eingriff in die Intimsphäre begriffen. Attraktiver wird das Gesündere durch folgende Faktoren:
- o Ermöglichen, Auswahl bieten: wenn der überdachte Fahrradabstellplatz nicht neben dem Eingang platziert werden kann - bieten Sie hier zusätzlich eine Abstellanlage an. Gibt es Rauchfrei - Kurse? Gesunde Essensangebote?
- o machen Sie die gesunde Wahl zur billigeren: gibt es für den Essensgutschein gesunde Gerichte zu günstigen Preisen? Zahlt man in einer Kantine einen Menüpreis oder lohnt es sich, auf die Suppe zu verzichten (Cremesuppen haben bis zu 500 kcal pro Portion - das bedeutet nach einem Jahr mit 120 Portionen 10 kg Körperfett mehr!). Gratis parken ist eine teure und ungesunde Subvention (Errichtung und Erhalt kosten 500 - 1500 € pro Jahr), Autopendler leiden deutlich mehr an Rückenleiden, Schlafstörungen und Nervosität. Jobtickets erhalten Firmen z.B. von der IVB mit 40% Ermäßigung!
- o Status und Gruppenphänomene: wir orientieren uns an Unsresgleichen und nach oben. Wenn der Chef mit dem Rad kommt, die Psychologin den Gesundheitstag als Erste in Anspruch nimmt ist der Bann gebrochen.
- o Schönheit herstellen: das Auge entscheidet am meisten über Attraktivität. Ein helles freundliches Stiegenhaus mit Grünpflanzen oder Fotos, schön angerichtete Gemüseportionen oder gemütlichere Nichtraucher - Sozialräume ziehen an.
- o Ziele setzen und erreichen: messbare Ziele, wie "Firma XY nimmt 100 kg ab und spendet 2.000.- an Welthungerhilfe" oder Firmenläufe sind Motivatoren, die manche, die es alleine nicht einmal probieren würden, mitreißen können. Wer ein Ziel erreicht oder übertroffen hat, bleibt in der Regel auch dabei und versucht, noch besser zu werden.
- o Natürlich gilt es auch, ungesunde Alternativen unattraktiv zu machen, ohne zu verletzen.
Schicken Sie uns Ihre Erfahrungen, Ideen, am besten mit Fotos - wir suchen gute Beispiele und vermitteln auch Einreichungen zu Preisen!
Und: womit mögen Sie beginnen?
