Unterscheidet sich der Mann am gleichen Arbeitsplatz von der Frau und was hat das für Auswirkungen?
Logo - richtig schwere körperliche Arbeit wie im Tiefbau wird Männern vorbehalten bleiben. Männer aber verlieren im Alter schneller ihre Kraft als Frauen, ab 80 könnte man gemischte Olympiaden durchführen. Männer leiden auch häufiger unter Rückenleiden, weswegen Programme für Männer ab 50 wichtig sind. Die Wildbachverbauer, die mit über 100 kg schweren Teilen im Steilgelände hantieren, profitieren vom Besuch eines Fitness - Studios und nehmen seit ca. 2006 das BauFit - Programm der AUVA in Anspruch www.auva.at/baufit . Arbeit bietet praktisch nie ausgewogenes Training ohne Verkürzungen und einseitige Belastungen.
Männer gehen 4 - 8 mal seltener zum Arzt als Frauen, jeder 2. Arztbesuch eines Mannes ist von einer Frau ausgelöst. Wer keine Frau hat, braucht Freunde, manchmal die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, der ihm zu einem solchen Besuch rät. Denn Männer belügen sich häufig selbst und fürchten Diagnosen, während Frauen eher Heilung suchen und sich auch mehr für ihre Gesundheit verantwortlich fühlen. Thyssen Krupp z.B. hat einmal die Woche eine Fußpflegerin im Werk und die Männer können in der Arbeitszeit zu ihr - Fußprobleme wie Risse, Hühneraugen, eingewachsene Nägel, Pilzerkrankungen sind sehr häufig und bei Stehberufen eine Qual!
Von Übergewicht betroffen sind deutlich mehr Männer als Frauen. Dies liegt zum Teil daran, dass eine gesunde Ernährung bei Männern einen geringeren Stellenwert einnimmt. Sie bevorzugen eher deftige, fleischreichere Speisen und essen seltener Obst und Gemüse. Kantinenessen sollten daher immer auch Gemüse enthalten! Das erklärt das Übergewicht aber nicht allein: Männer trinken kalorienreicher (Limos und vor allem Alkohol, der noch dazu die Fettverbrennung stoppt - dabei wäre Abnehmen in der Nacht am einfachsten!).
Vorsorgeuntersuchungen werden häufiger von Frauen wahr genommen. Angebote im Betrieb speziell an Männer sind eine Chance, auch jene zu erfassen, die sich nicht zum Arzt bewegen können oder "nie Zeit dafür" haben.
Dafür wird das Lebensumfeld von Männern weit weniger als Belastung empfunden. Männer mit Familie fühlen sich im Gegensatz zu allein lebenden Männern seelisch ausgeglichener - oft ist für alleinstehende Männer die Firma der einzige Sozialkontakt - pflegen Sie diesen!
Alkohol: immer noch sind doppelt so viele Männer betroffen wie Frauen: 8% der Männer im arbeitsfähigen Alter haben ein Problem, 21% trinken im gefährdenden Ausmaß. Hier gibt es sehr erfolgreiche Konzepte für Betriebe in Tirol (www.kontaktco.at/betriebe ). Gute Erfahrungen gibt es auch bei Gewalt und Aggression mit den Männerberatungsstellen. Der Betrieb kann den Weg dorthin weisen, bei Vorfällen auch verlangen www.Mannsbilder.at . Da für Männer der Job oft das Höchste ist, tun sie sehr viel, um ihn zu erhalten - außer es wird ihnen übel mitgespielt. Lange war nicht bekannt, dass etwa verstärkte Reizbarkeit oder aggressives Verhalten auf eine Depression bei Männern hindeuten können. Männer sind eher für Einsätze gebaut, Frauen für Dauerleistung. Burn out ist bei beiden Geschlechtern gleich häufig.
Harte Männer: Lassing war einst das sicherste Bergwerk Österreichs. Als ein alter Bergmann warnte: "der Berg schiebt!", lachten ihn die jungen Baggerfahrer aus. Die Sicherheitsüberprüfung werde ohnehin in Kürze wiederholt. Und als das Unglück passiert war, sind 10 Männer als "Retter" in den Tod gefahren. Das männliche "drauflos" ist eben nicht immer die richtige Strategie!
