Mobbing
Nach Heinz Leymann (1993) wird unter Mobbing eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen/innen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen verstanden, bei der die angegriffene Person unterlegen ist und von einer oder mehreren Personen systematisch und über einen längeren Zeitraum mit dem Ziel des Ausstoßens aus dem Arbeitsverhältnis direkt oder indirekt angegriffen wird.
Allerdings ist nicht jeder Konflikt oder jeder Streit mit Mobbing gleichzusetzen und von täglichen Spannungen abzugrenzen. Von Mobbing wird erst dann gesprochen, wenn schikanöse Handlungen des/der Täters/in mindestens einmal pro Woche über einen Zeitraum von sechs Monaten gesetzt werden.
Was sind die Ursachen für Mobbing?
In vielen Fällen spielen arbeitsorganisatorische Probleme wie zum Beispiel Zeitdruck, zu große aber auch zu geringe Arbeitsmengen, unqualifiziertes Führungsverhalten und betriebliche Umstrukturierungsmaßnahmen mit drohendem Arbeitsplatzabbau eine Rolle.
Mobbinghandlungen und Folgen
- Angriffe auf die Gesundheit (z.B. körperliche Gewalt, sexuelle Übergriffe)
- Angriffe auf die soziale Beziehung (z.B. fehlende Kommunikation, ausgrenzen)
- Angriffe auf das soziale Ansehen (z.B. lächerlich machen, verspotten, Selbstbewusstsein verletzen)
- Angriffe auf die Möglichkeit, sich mitzuteilen (z.B. Kritik, Telefonterror, Unterbrechen des Gespräches)
- Angriffe auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituation (z.B. sinnlose Aufgaben zuteilen, keine Arbeitsaufgaben)
Als Folge von Mobbing können psychische Probleme wie z.B. Konzentrationsprobleme, Gedächtnisstörung, Verzweiflung, Hektik, Alpträume, Depressionen, Unsicherheit, Antriebslosigkeit bis hin zum Selbstmord auftreten. Mobbing kann auch die Ursache für Arbeitsunfälle sein.
Präventionsmaßnahmen
Um Mobbing bereits am Entstehen zu verhindern, ist eine offene Gesprächskultur im Unternehmen wichtig. Kritik und Konflikte sollen besprochen werden, Informationen auf allen Ebenen weitergegeben werden, Anerkennung und Unterstützung bei der Arbeit sowie gegenseitiger Respekt sind von Bedeutung.
Bei bereits vorliegendem Mobbing ist ein frühzeitiges Eingreifen bzw. das Ansprechen desselben und das Einhalten von Spielregeln im Bewältigen eines Konfliktes wichtig.
Weiterführende Informationen zu Mobbing
Die Mobbingbroschüre der deutschen Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin gibt Informationen zur Entstehung, dem Verlauf und den Folgen von Mobbing. Die Broschüre schlägt Handlungsstrategienen zur Mobbingprävention für Betroffene, Führungskräfte, Kollegen und Betreibsräte vor.
Die Mobbingberatungsstellen des Österreichischen Gewerkschaftsbundes bieten persönliche Beratungen für Betroffene an.
