4.2 Umsetzung

Da Fehlzeiten und Krankenstände ein sensibles Thema darstellen, ist auf jeden Fall die Erarbeitung einer unternehmensinternen Betriebsvereinbarung oder Richtlinie zu empfehlen. In dieser sollten die wichtigsten Handlungsschritte definiert und transparent beschrieben sein. Dadurch wird sowohl Führungskräften als auch Mitarbeiter:innen ein entsprechender Handlungsrahmen aufgezeigt. Auch im Rahmen der Entwicklung von Umsetzungsmaßnahmen sollte zwischen Fehlzeiten- und Fall- bzw. Wiedereingliederungsmanagement unterschieden werden. 

Fall- und Wiedereingliederungsmanagement 

Bezüglich Wiedereingliederung und Fallmanagement liegt in Österreich mit Juli 2017 eine gesetzliche Grundlage vor. Mit dem Wiedereingliederungsteilzeitgesetz wurde eine Möglichkeit geschaffen, schrittweise in den Arbeitsprozess zurückzukehren. Voraussetzung ist ein Einvernehmen zwischen Dienstgeber:in und Dienstnehmer:in bezüglich der weiteren Vorgehensweise nach einem mindestens sechswöchigen ununterbrochenen Krankenstand. Das Gesetz sieht die Möglichkeit vor, dass in diesem Fall eine Herabsetzung der wöchentlichen Arbeitszeit um mindestens ein Viertel auf höchstens die Hälfte vereinbart werden kann. Die Wiedereingliederungsteilzeit kann für die Dauer von einem bis zu sechs Monaten vereinbart werden, eine Verlängerung von bis zu drei Monaten ist möglich.

Grundlage der Wiedereingliederungsteilzeit ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber:in und Arbeitnehmer:in, auf die jedoch kein Anspruch besteht. Voraussetzung ist ein Wiedereingliederungsplan sowie eine ärztliche Bestätigung über die volle Arbeitsfähigkeit. Dieser Wiedereingliederungsplan hat Beginn, Dauer, Ausmaß und Lage der Teilzeitbeschäftigung zu umfassen. Dieser Plan ist in Zusammenarbeit mit der Arbeitsmedizin (auch externer) zu erstellen. Der/die Dienstnehmer:in erhält neben dem entsprechend der Arbeitszeitreduktion aliquot zustehendem Entgelt aus der Teilzeitbeschäftigung ein Wiedereingliederungsgeld aus Mitteln der Krankenversicherung. Dies bedarf allerdings der Prüfung und Zustimmung durch den chefärztlichen Dienst der ÖGK.

Eine Beratung zum Aufbau eines Wiedereingliederungsmanagements erhalten Sie u. a. auch bei der Fit2Work-Betriebsberatung oder Ihrem/Ihrer Arbeitsmediziner:in.

Fehlzeitenmanagement

Fehlzeitenmanagement fokussiert vor allem auf die Häufigkeit von Fehlzeiten und auf Kurzzeitkrankenstände. In der Praxis hat sich die strukturelle Anbindung eines Fehlzeitenmanagements auf der Ebene der unmittelbaren Führungsebene bewährt, da hier der konkrete Kontakt besteht. Die Haltung sollte dabei nicht nur in einer Senkung der Krankenstände, sondern vor allem auch in einer präventiven Funktion im Sinne eines rechtzeitigen Ansprechens von möglichen Problemkonstellationen gesehen werden..

Welche Kennzahlen haben Sie in Ihrem Unternehmen im Bereich Krankenstand?
(z.B. Tage pro Mitarbeiter:in, Anzahl der Fälle pro Mitarbeiter:in) 

Fragen

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