Energie UND Krankenstände einsparen?

 

Atemwegserkrankungen sind der häufigste Grund für Krankenstände, vor allem im Winterhalbjahr. Sie verursachen insgesamt gleich viele Ausfallstage wie psychische Erkrankungen. Was kann am Arbeitsplatz dagegen getan werden?

 

Wir beginnen am Arbeitsweg

Der „Rachenring“, unsere erste Abwehr aus Mandeln und anderen Lymphknoten, wird bei kalt-warm-Wechsel trainiert, „abgehärtet“. Wer immer schön temperiert lebt, verkühlt sich leichter. Radfahren in die Arbeit ist – solange kein Glatteis lauert – ganzjährig gesund, fördert die Konzentration und senkt die Krankenstände. Tägliche Bewegung kann durch Sport am Wochenende nicht ersetzt werden. Egal wann: Wer empfindliche Bronchien hat, sollte bei Kälte auf die Nasenatmung achten.

 

Prima Klima im Büro spart bis zu 1000,- € pro Mitarbeiter und Jahr. Eine Studie aus Holland zeigte bei 7.000 Büro-Mitarbeiter:innen, dass gutes Raumklima 2,4 Krankenstandstage spart. Bei sitzender Tätigkeit sind im Winter 21 – 22°C optimal, wärmer ist schlechter als kälter. Bei leichter Tätigkeit reichen 19°C und bei starker Anstrengung 16°C oder darunter. Nachdem das Aufheizen von Luft pro Grad Celsius die relative Feuchte um 7% sinken lässt, finden wir uns z.B. bei 24°C - statt 21°C mit 35% Feuchte - nur mehr unter 20%. Dann trocknen die Schleimhäute aus, Augenbrennen (office eye – syndrome), Halskratzen und Stimmprobleme sind die Folge. Bakterien und Viren werden nicht mehr durch flüssigen Schleimstrom abgewaschen und im Magen entsorgt, sondern setzen sich fest. Vor dem Kauf von Luftbefeuchtern seriöse Testseiten (Konsument, Ökotest etc.) befragen.

 

Wir schlucken rund 2000 mal täglich, um Augen, Mittelohr, Nebenhöhlen und Nasen-Rachen-Raum sowie die Bronchien zu säubern. Das geht ausgetrocknet nicht, mit Überlüften wird noch mehr trockene Luft von außen hereingebracht. Krankenhäuser haben derart mit mehr statt mit weniger Ansteckungen zu rechnen! Das hat in den letzten 2 Wintern zahlreiche Probleme verursacht und viel Energie gekostet. Maximal ist nicht optimal, ein Luftmessgerät ab 80,- € zeigt sehr klar, wann ausreichend für Hygiene und Konzentration getan ist: unter 1000 ppm CO2 innen sollte man die Lüftung drosseln bzw. das Lüften einstellen. Fenster dauerkippen im Winter ist ganz schlecht.

 

Wer hüstelt, sollte mit FFP2 in die Arbeit kommen, wer sich kränklich fühlt gar nicht. Präsentismus, also krank arbeiten, geht bei milder Ausprägung im Home Office ganz gut, gefährdet in der Arbeit aber die Kolleg:innen. Desinfektionsmittel bereitstellen und gratis Grippe-Impfungen anbieten (ein Stich spart statistisch 0,8 Krankenstandstage) ist empfehlenswert. Zur Motivation: nach echter Influenza ist man für den Rest der Skisaison erledigt.

 

Weitere Maßnahmen, sich vor schlechter Luft und Ansteckung zu schützen, sind die Umluft-Taste im dichten Verkehr, ausreichend Schlaf und der Verzicht auf Fiebersenker, die unsere Immunabwehr unterdrücken. Ein gutes Betriebsklima, Anerkennung und eine Portion Humor nehmen Druck von der Brust - die Psychosomatik spielt auch hier eine Rolle.

 

Halten Sie sich und ihre Mitarbeiter:innen frisch!