Guter Start in den Arbeitsalltag

 

Der Frühling naht – Aufbruchsstimmung – hoffentlich nach Befreiung von allen Corona-Einschränkungen. Fitness mindert das Risiko schwerer Verläufe, wenn auch SportlerInnen an der Erkrankung sterben oder von Long COVID betroffen sind. Ebenso reduziert pflanzenbasierte Ernährung die Gefahr, auf „Intensiv“ kommen zu müssen wesentlich. 

Die Kombination beider Strategien – Ausdauerbewegung unter der Woche und leichte Kost – sind besonders für Hitzephasen eine gute Vorbereitung. Übergewichtige leiden mehr unter Hitze. Sport trainiert das Schwitzen. Für Firmen ist das besonders wichtig: mit zunehmender Wärme nimmt die Leistung ab, bei 33°C und 70% Luftfeuchtigkeit ist körperliche Arbeit nur mehr kurz möglich, man verliert 2-3 Liter Schweiß pro Stunde – wenn man das Schwitzen trainiert hat. Die durch die Pandemie entstandenen ständigen Veränderungen bei der Arbeit, Sicherheit, Gesundheit und dem Wohlbefinden der ArbeitnehmerInnen erfordern eine Stärkung der Widerstands- und der Anpassungsfähigkeit von Unternehmen und ArbeitnehmerInnen in diesen Bereichen.

Körper und Geist wollen sich jetzt regen. Ein guter Zeitpunkt, um mehr Bewegung in Ihren Alltag zu bringen. Bis vor hundert Jahren war es normal, täglich 15 km zu Fuß zurückzulegen. Bewegungsapparat, Herzkreislaufsystem und Stoffwechsel sind darauf ausgelegt. Nach nur mehr 800 m in den neunziger Jahren sind wir heute sogar nur mehr bei 500 m Gehstrecke täglich angelangt. Das Home-Office hat das weiter verschärft – im ersten Lockdown haben wir im Schnitt 1,6 kg zugenommen, was jährlich mehr als 1000 zusätzliche Tote nach sich ziehen wird. Es geht also darum, die fehlenden Arbeitswege „rund ums Haus“ zurück zu legen, Besorgungen per Rad zu unternehmen oder die verbleibende Präsenz in der Firma nun doch einmal aus eigener Bewegung heraus anzutreten. Statt 5-mal ins Büro nur mehr 3-mal, davon einmal per Rad – dann sind vielleicht auch 30 Minuten Anfahrt plötzlich im Zeitbudget „drin“.

Fakten:

Ausdauer ist gesundheitlich wertvoll, deshalb sollte Bewegung regelmäßig ausgeübt werden. Ein Mindestmaß von 30 Minuten (auch als 2 mal 15 Minuten) pro Tag, an 5 Tagen die Woche wird von Sportwissenschaft und Präventivmedizin als notwendig erachtet. Nur ein Drittel der Österreicher schafft dieses Ausmaß, für unsere Volkswirtschaft bedeutet das Folgekosten von ca. 2 Milliarden € pro Jahr.

Ausdauerbewegung ist der beste Weg zum Stressabbau. Viele Studien beweisen, dass Sport bei leichten Fällen sogar eine bessere Wirkung als Antidepressiva oder Entspannungstechniken hat. Natürlich ist Sport kein Wundermittel, auch mit Sport kann man ausbrennen und Zivilisationskrankheiten entwickeln. Allerdings ist für jene, die sich fast täglich auf die Beine machen, das Risiko für Diabetes, Herz- und Hirninfarkt um 50% reduziert. Übergewicht ist weniger eine Folge von Fehlernährung als von Bewegungsmangel, denn wer Sport betreibt, hat weniger Lust auf Fett und Limonadensüße.

Für erholsamen Schlaf ist Bewegung im Freien (Tageslicht), am besten ca. 4 Stunden vor dem Schlafengehen, ideal. Bewegung am Hinweg wiederum aktiviert und trainiert durch die Kälte (=17°Celsius und weniger) braunes Fett. Dieser „innere Ofen“ heizt bei Kälte ein, führt zu geringerer Infekt- Anfälligkeit und erhöhter Glukose-Toleranz (geringeres Risiko für Diabetes). Nutzt man braunes Fett nie, verschwindet es. Babys bestehen als Schutz vor Erfrieren zu 10% aus braunem Fett!

Was hilft:

Der gesunde Weg muss zum leichteren Weg gemacht werden. Analysieren Sie die Fahrtstrecken Ihrer MitarbeiterInnen und prüfen Sie, welche Hindernisse für Fußgänger (mangelnde Beleuchtung, Umwege) und Radfahrer bestehen. Machen Sie eine Umfrage und (Er-) Heben Sie das Potential der Mitarbeiter für den Umweltverbund (Eigenbewegung und Öffentliche Verkehrsmittel). Binden Sie Ihre ArbeitsmedizinerInnen und interessierte MitarbeiterInnen, die andere „gesund anstecken“ können, mit ein. Das sollten nicht die TopsportlerInnen Ihrer Firma sein, sondern ehemals Übergewichtige, Exraucher, Alleinerzieher oder besonders Gestresste, die am Heimweg Entspannung finden.

Infrastruktur: Sie brauchen nicht eine eigene Fuß- und Radwegbrücke für Ihre ArbeitnehmerInnen bauen, wie sie zum Beispiel eine Firma in Wien über den Donaukanal errichtet hat. Ausreichend witterungsgeschützte Abstellplätze, eine Dusche -  für jene, die von weiter herkommen und vor allem im Sommer auch duschen wollen - sind Grundvoraussetzungen für das Gelingen der Aktion.

Im Fahrradhandbuch für Betriebe des Landes Vorarlberg (www.vorarlberg.gv.at – Fahrradhandbuch bei SUCHE eingeben) finden Sie viele Beispiele, wie Firmen ihre MitarbeiterInnen erfolgreich auf die Beine gebracht haben. Wolford mit 1600 MitarbeiterInnen hat seinen Radpendleranteil von 18% auf 44% erhöhen können (41% kommen per PKW).

Für Unternehmen gibt es in Tirol:

Mobilitätsmanagement für Betriebe und öffentliche Verwaltungen: www.klimaaktiv.at/article/archive/12044

Einen mobilen Radservice für einen gratis Reparaturtag in Ihrem Unternehmen bietet: conrad · Ampfererstrasse 30 · Innsbruck · Tel. 0512 276869 conrad@wams.at; fragen Sie Ihre Fachwerkstatt danach und auch nach Giveaways, also nützlichen (Sicherheits-) Produkten für Ihre RadfahrerInnen (können oft auch mit Firmenlogo bedruckt werden). Berichten Sie uns, wenn Sie eine erfolgreiche Aktion durchgeführt haben!

Aktuelle Förderungen des BMK Förderungen (bmk.gv.at)