Allgemeines

Begünstigte Behinderte: Arbeitgeber:innen haben laut dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) bei der Übertragung von Aufgaben an Arbeitnehmer:innen auch deren Eignung in Bezug auf Sicherheit und Gesundheit zu berücksichtigen. Durch eine Evaluierung ist festzustellen, ob es spezifische Gefahren für besonders gefährdete oder schutzbedürftige Arbeitnehmer:innen gibt. (eval.at).

Auf der Homepage von eval.at gibt es sowohl für Arbeitgeber:innen als auch für Arbeitsmediziner:innen hilfreiche Unterlagen: 
https://eval.at/de/arbeitsplatzevaluierung/beguenstigt-behinderte/ 

Die SUVA hat einen Beratungsschwerpunkt in diesem Bereich für Betriebe jeder Größe, Ärzt:innen, Ausbildungen usw. - Informationen finden sich auf ihrer Seite

Hilfsmitteldatenbank zur Anpassung von Arbeitsmitteln und Plätzen an Behinderung beim Sozialministeriumservice.

 

Wiedereingliederungsmanagement 

Bezüglich Wiedereingliederung und Fallmanagement liegt in Österreich mit Juli 2017 eine gesetzliche Grundlage vor. Mit dem Wiedereingliederungsteilzeitgesetz wurde eine Möglichkeit geschaffen, schrittweise in den Arbeitsprozess zurückzukehren. Voraussetzung ist ein Einvernehmen zwischen Dienstgeber:in und Dienstnehmer:in bezüglich der weiteren Vorgehensweise nach einem mindestens sechswöchigen ununterbrochenen Krankenstand. Das Gesetz sieht die Möglichkeit vor, dass in diesem Fall eine Herabsetzung der wöchentlichen Arbeitszeit um mindestens ein Viertel auf höchstens die Hälfte vereinbart werden kann. Die Wiedereingliederungsteilzeit kann für die Dauer von einem bis zu sechs Monaten vereinbart werden, eine Verlängerung von bis zu drei Monaten ist möglich.

Grundlage der Wiedereingliederungsteilzeit ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber:in und Arbeitnehmer:in, auf die jedoch kein Anspruch besteht. Voraussetzung ist ein Wiedereingliederungsplan sowie eine ärztliche Bestätigung über die volle Arbeitsfähigkeit. Dieser Wiedereingliederungsplan hat Beginn, Dauer, Ausmaß und Lage der Teilzeitbeschäftigung zu umfassen. Dieser Plan ist in Zusammenarbeit mit der Arbeitsmedizin zu erstellen. Der Dienstnehmer erhält neben dem entsprechend der Arbeitszeitreduktion aliquot zustehendem Entgelt aus der Teilzeitbeschäftigung ein Wiedereingliederungsgeld aus Mitteln der Krankenversicherung. Die bedarf allerdings der Prüfung und Zustimmung durch den chefärztlichen Dienst der ÖGK.

Eine Beratung zum Aufbau eines Wiedereingliederungsmanagements erhalten Sie u. a. auch bei der Fit2Work Betriebsberatung oder Ihrem/Ihrer Arbeitsmediziner:in.

 

Beispiel

FORD hat vor Jahren in Köln über 500 Mitarbeiter:innen, die bislang als "geparkte Sozialfälle" im Unternehmen beschäftigt waren, gute Angebote gemacht: von Investitionen in den Arbeitsplatz, wenn nicht mehr den ganzen Tag gestanden werden kann oder die Kraft in der Schulter nachlässt bis hin zu Teilzeitmodellen, Job Rotation und Insourcing bisher von externen Firmen in den Werken erledigter Tätigkeiten. Übrig blieben nur 37 kaum einsetzbare Personen, allen anderen konnte wieder zu ihrer Arbeitsfähigkeit verholfen werden. Es gab keine Kündigungen.

Und was machen Sie mit und für Ihre Sorgenkinder?

Spezifische Informationen zu “begünstigten behinderten Arbeitnehmer:innen” entnehmen Sie dem Präventionsforum Plus

“Wie chronisch Kranke besser und länger arbeiten können” - der Bericht im Präventionsforum Plus